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Wer nach Berlin oder München
  • verreisen will, kann sich einen Reiseführer kaufen. Oder uns fragen. Hier verraten unsere Kollegen Harald Baumer und Roland Englisch jeweils ihre persönlichen Geheimtipps.
  • Diesmal: Berlins asiatische Ecke.

Bei der zweiten, dritten oder vierten Leuchtschrift mit chinesischen Buchstaben denkt man sich noch nichts. Aber irgendwann stellt sich jeder, der die Kantstraße im Berliner Westen entlang spaziert, die Frage: Was ist hier eigentlich los? Auf wenigen 100 Metern reiht sich ein asiatisches Geschäft an das andere.

Aber es gibt auch riesige Schränke und schwergewichtige Buddha-Statuen aus Metall zu kaufen.

In erster Linie handelt es sich um Restaurants und Imbissbuden. Aber auch Masseure, Möbelhändler und Nippes-Verkäufer bieten ihre Dienste an.

Vieles in den Läden kostet nur wenige Cent - etwa ein Paar Essstäbchen oder eine Kunstblume.

Die Kantstraße ist schon seit fast 100 Jahren ein bevorzugter Ort für chinesische Zuwanderer. Einige von ihnen studierten damals ganz in der Nähe, an der Technischen Hochschule. Es gab sogar einen "Verein chinesischer Studenten" mit Geschäftsstelle in der Kantstraße 118.

In Zeiten der Weimarer Republik wurde wenige Häuser weiter das erste China-Restaurant Berlins gegründet - vom ehemaligen Koch der chinesischen Gesandtschaft. Heute heißen die Lokale unter anderem "Aki Tatsu", "Good Friends", "Aroma", "Saigon Green" und "Kuchi Kant". Oder "Men's Noodle House".

Kein Wunder, dass die Kantstraße wegen der vielen Asiaten längst einen Spitznamen erhalten hat: "Kantonstraße" (nach einer chinesischen Stadt benannt). Das liegt nicht nur an den Geschäftsinhabern, sondern auch an den asiatischen Touristen. Die merken nach ihrer Ankunft in der Regel schnell, wo sie alles einkaufen können, was sie so brauchen.

Und hier müssen Sie hin:

Der asiatische Teil der Kantstraße liegt zwischen Savignyplatz und Wilmersdorfer Straße. Mit dem öffentlichen Nahverkehr erreicht man Berlins "Chinatown" am besten über den S-Bahnhof Savignyplatz.

Harald Baumer

Berlin-Korrespondent
kontakt@samson-magazin.de

...wird oft gefragt: Wo kann man gut essen in Berlin? Und: Wie ist eigentlich Angela Merkel so?