Grüner Schwan

Zu Gast im Grünen Schwan

Urbane Küche

Kloß mit Soß

Grüne Küche in Pommelsbrunn

Das Konzept der grünen Küche zieht. Der "Grüne Schwan" hat sich einen Namen gemacht - weit über Eschenbach hinaus. Gerade mal 600 Einwohner zählt das kleine Dorf im Hersbrucker Land, in dessen Herzen die Gaststätte liegt. Am Ortseingang fließt die Pegnitz, dort befindet sich ein Endpunkt für viele Kanufahrten. Im Sommer kehren auswärtige Wassersportler in Scharen im großen Biergarten ein. Der Grüne Schwan ist außerdem mitten im weltberühmten Klettergebiet Hirschbachtal. Ein Paradies für Kletterer.

KLOß mit SOß
  • In unserer Serie "Kloß mit Soß" stellt SamSon jede Woche eine fränkische Gastwirtschaft vor.

GRÜNER SCHWAN

Eschenbach 12

91224 Pommelsbrunn

Kontakt/Öffnungszeiten

Telefon 09154/916 950

Di und Fr 15 bis 21 Uhr

Sa und So 10 bis 1 Uhr

Mo, Mi, Do Ruhetag

Täglich veganes Angebot

Die beiden Betreiber Norbert Hörner (50) und Bernd Leonhardt (36) teilen sich die Arbeit und wechseln sich bei den Aufgaben ab. Wenn Hörner hinter dem Tresen steht, schmeißt Leonhardt die Küche oder eben andersherum. Der Tresen, die Stühle und Tische sind vom Stil eher rustikal gehalten, ebenso ist die Kücheneinrichtung klassisch. Doch: Was im Grünen Schwan gekocht wird, passt eher zu einem hippen Großstadt-Lokal als aufs Dorf. Es gibt täglich Vegetarisches und Veganes, außerdem bieten die Köche immer etwas Laktose- oder Glutenfreies an.

Die Betreiber des Schwans legen Wert auf regionale und saisonale Zutaten. Danach richtet sich die Speisekarte, die sich laufend ändert. Die "grüne" Grundidee stammt indes nicht von Hörner und Leonhardt. Ehemals hieß das Wirtshaus "Goldener Schwan". Ein Allerweltsname, wie es ihn nahezu in jedem Ort in der Umgebung für eine Gaststätte gibt, wie Leonhardt anmerkt. Irgendwann lief das Geschäft nicht mehr, die Gäste blieben aus und der "Goldene Schwan" schloss. Das Gebäude stand lange leer, bis es 1983 von einer Gruppe Alternativer wiederbelebt wurde - als "Grüner Schwan".

"Wir wollen kein Nischenprodukt sein." (Norbert Hörner)

Jeden Dienstag Vollkornpizza

Es war mehr als ein Namenswechsel. Auch die Küche wurde "grün", passend zur politischen Einstellung der damaligen Betreiber, "die gleich das ganze Wirtshaus alternativer geführt haben", erzählt Norbert Hörner. Seitdem bietet der Schwan jeden Dienstag Vollkornpizza mit Belag nach Wunsch an. Ein Gericht, das mittlerweile Kultstatus genießt. Aber die Vorgänger "haben keine Gastro-Ausbildung gehabt", was ihnen zum Verhängnis wurde, so Hörner. Darunter litt die Qualität, es war ein ständiges Auf und Ab.

1990 wurde deshalb das komplette Team ausgetauscht. Und die ehemaligen Besitzer gingen teilweise in ihre alten Berufe zurück. Norbert Hörner und ein paar Kollegen übernahmen das Wirtshaus. Aber nur Hörner zog es bis heute durch, die anderen sprangen nach und nach ab. 2008 kam dann Bernd Leonhardt dazu. Seitdem führen Hörner und Leonhardt den Laden zu zweit als gleichberechtigte Partner.

Die Küche ist gleich geblieben. Doch "wir sind offener geworden, wollen kein Nischenprodukt sein", sagt Hörner. Deswegen gibt es jeden Sonntag einen deftigen Braten, denn: "Der gehört in Franken einfach dazu." Und zu gutem Essen gehört natürlich gutes Bier. Im Grünen Schwan werden regionale Biere ausgeschenkt. Der Gerstensaft kommt von der Brauerei Bruckmüller aus Amberg und der Brauerei Fuchsbeck aus Sulzbach-Rosenberg. Von den wechselnden Speisen stehen immer drei bis vier Vorspeisen sowie vier vegetarische Hauptgerichte und vier mit Fleisch auf der Karte. In die Saison passt die herbstlich-winterliche Quiche, die Bernd Leonhardt in der Slideshow für SamSon zubereitet.

<< VIDEO: Bernd Leonhardt kocht sein derzeitiges Lieblingsrezept, eine herbstlich-winterliche Quiche.

Es ist vor allem die außergewöhnliche Küche und die besondere Lage, die mittlerweile längst nicht mehr nur die üblichen Gäste wie Kletterer oder Kanuten anzieht. Der Schwan ist als Tagungshotel ebenso für gestresste Geschäftsleute interessant. In den oberen beiden Stockwerken finden sich zwei Tagungsräume sowie 14 Fremdenzimmer, die Platz für insgesamt 30 Personen bieten. Verschiedene Themenabende sorgen dafür, dass es auch Stammgästen nicht langweilig wird. Auf Werbung verzichtet der Grüne Schwan. "Wir setzen lieber auf Mundpropaganda", sagt Hörner. Und das Konzept geht auf.

DAS SCHLOSS
  • Das Schloss ist eine typische Wasserburg mit dreistöckigem Palas und Vorburg. An der Südostseite fließt der Hirschbach vorbei und an der Südwestseite wird das Gebäude von der Pegnitz begrenzt. Zum Schloss gehört ein schöner Park.
DER WENGLEINPARK
  • Der frei zugängliche “Park” ist Bayerns ältestes Naturschutzgelände. Durch den urwüchsigen Hangwald ziehen sich vorbei an Quellen und Tümpeln der Wengleinweg, der Hutangerweg und der Salamanderweg.

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Christina Flohr

Christina Flohr

Text

...isst zu Kloß und Soß am liebsten nur die Kruste vom Schäufele.

Stefan Hofer

Stefan Hofer

Text, Fotos

...isst meistens Fleisch, wird aber auch von Gemüse-Quiche satt.