Kastanienbaum Lampion

Ein echter Herbst-Bringer

Im Sommer spenden sie im Biergarten Schatten, im Herbst sorgen ihre Früchte für Stimmung: Mit bis zu 25 Metern Höhe sind Kastanienbäume prachtvolle Gewächse. Dabei dauert es zehn bis 15 Jahre, bis der Laubbaum erstmals Früchte trägt. Früher dienten die Nüsse übrigens auch zur Herstellung von Seife oder als Kaffeeersatz, die Osmanen fütterten ihre Pferde damit - daher auch der Name Rosskastanie. Außer ihrem Namen und einer gewissen Ähnlichkeit hat diese mit der Esskastanie allerdings nichts gemein - im Gegenteil: Für Menschen ist die Rosskastanie sogar leicht giftig, und verwandt sind die beiden auch nicht. (Foto: Klaus-Dieter Schreiter)

Kastanie

Der kleine Unterschied

Und so unterscheiden sie sich: Die Rosskastanie (vorne) hat fingerförmige Blätter, ihre Früchte sind eher rund, glänzend rot-braun mit hellem Fleck, die Schale dickstachelig. Die Blätter der Edelkastanie wachsen dagegen einzeln, sind spitzer und zackiger. Die Nuss ist platter und matter, aus der Spitze sprießt ein Art "Haarpüschel", und sie liegt in einer Schale, die einem zusammengerollten Igel gleicht - auf dem Bild oben links zu sehen. (Foto: Kathrin Walther)

Maroni-Verkäuferin

Heiße Maroni!

Esskastanien sind echte Energiebomben, dazu glutenfrei und vollgestopft mit hochwertigem Eiweiß, Ballaststoffen sowie unzähligen Vitaminen und Mineralstoffen. Was der Unterschied zu Maronen ist: Letztere wurden per Züchtung auf Aroma getrimmt und lassen sich ganz im Sinne der Verbraucher leichter schälen. Ihren typisch süßlichen Geschmack erhalten die Nüsse übrigens beim Kochen oder Backen, weil sich dann der hohe Stärkeanteil in Zucker umwandelt. Wer's mal selbst ausprobieren will: Maronen über Kreuz einschneiden, Ofen bei Ober-/Unterhitze auf 200 Grad Celsius vorheizen; 20 Minuten backen (mit der geritzten Seite nach oben), und um das Austrocknen zu verhindern, ein Wassergefäß mit auf das Backblech stellen. (Foto: Michael Matejka)

Kastanienbaum Miniermotte

Schön, aber ein Biest: die Miniermotte

Nun zu einer traurigen Nachricht: Weißblühende Rosskastanienbäume (und das sind bei uns die meisten) sind in Gefahr. Ein kleiner Falter hat sich vom Balkan aus so schnell Richtung Mitteleuropa ausgebreitet, dass natürliche Fressfeinde bisher nicht hinterhergekommen sind. Durch das massive Abfressen der Blätter wird der Baum stark geschwächt - immerhin schickt eine einzige Rosskastanienminiermotte vier Generationen pro Saison in die Welt. Der Baum sieht so bereits im August nach Herbst aus. Ob er dadurch auch abstirbt, ist noch nicht bekannt - dazu fehlen Langzeiterkenntnisse. Anfälliger für weitere Schädlinge und Krankheiten ist er auf jeden Fall, befallene Bäume tragen auch deutlich kleinere Früchte. (Foto: Swen Pförtner/dpa)

Kastanien-Figuren

Die Kastanie, sie lebe hoch!

Man gehe: ein bis zwei Stunden spazieren. Sammle: Kastanien, Eicheln und diverse Blätter. Dann nehme man: einen kleinen Handbohrer, Zahnstocher oder Streichhölzer und vielleicht ein paar Kulleraugen. Und dann lasse man seine Kinder, sofern sie alterstechnisch schon dazu in der Lage sind, einfach mal allein ans Werk. Lege sich derweil in die Badewanne. Und schwups ist die Fensterbrett-Deko für den Herbst fertig. (Foto: Fritz-Wolfgang Etzold)